{"id":16,"date":"2015-05-22T08:45:30","date_gmt":"2015-05-22T08:45:30","guid":{"rendered":"http:\/\/kantorei.it\/?page_id=16"},"modified":"2026-01-06T17:03:35","modified_gmt":"2026-01-06T16:03:35","slug":"oswald-jaeggi-1913-1963","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kantorei.it\/index.php\/oswald-jaeggi-1913-1963\/","title":{"rendered":"Oswald Jaeggi, OSB (1913-1963)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<a href=\"http:\/\/kantorei.it\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/jaeggi1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-112 size-thumbnail alignleft\" src=\"http:\/\/kantorei.it\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/jaeggi1-150x150.jpg\" alt=\"jaeggi1\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/kantorei.it\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/jaeggi1-150x150.jpg 150w, https:\/\/kantorei.it\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/jaeggi1-300x297.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Untrennbar mit dem Namen der Kantorei \u201eLeonhard Lechner\u201c verbunden ist der Name von P. Oswald Jaeggi OSB (1913-1963). Der geb\u00fcrtige Schweizer hat die von Dr. Anton Mayr gegr\u00fcndete Kantorei zu dem gemacht, was sie bis heute geblieben ist. Oswald Jaeggi wurde am 3. Januar 1913 in Basel geboren. Schon fr\u00fch zeigte sich seine musikalische Begabung. Als Zw\u00f6lfj\u00e4hriger durfte er bereits die Auff\u00fchrung seiner \u201ezweiten Komposition\u201c, eines zweistimmigen Tantum ergo, durch seinen Lehrer Otto Rippl erleben. Im Stiftsgymnasium in Einsiedeln, in das Oswald 1927 eintrat, wurde seine Musikalit\u00e4t weiter gef\u00f6rdert. Nach dem Abitur trat er in das Noviziat der Benediktinerabtei Einsiedeln ein und nahm den Klosternamen Oswald an. Fortan unterrichtete er an der Stiftsschule und leitete dort einen kleinen Chor. Daneben erhielt er weiterhin Unterricht in den F\u00e4chern Gesang, Chorleitung, Harmonielehre und Kontrapunkt bei P. Otto Rehm.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach seiner Priesterweihe ging er 1937 zum Studium an die P\u00e4pstliche Musikhochschule nach Rom. Sein erster Kompositionsgrundsatz, dem er sich w\u00e4hrend seiner Zeit als Stiftssch\u00fcler in Einsiedeln verpflichtet f\u00fchlte, lautete: Die Besetzung soll m\u00f6glichst gro\u00df sein, und jedes Instrument soll mindestens einmal singen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Werke, die er nach dem Abitur komponierte, folgten seinem zweiten Kompositionsgrundsatz, den er in folgende Worte kleidete: \u201eAdam und Eva haben erst gesprochen, dann kam sp\u00e4ter ein ungl\u00fccklicher, fantasieloser Mensch und schrieb eine Grammatik.\u201c \u2013 Diese Aussagen kann man in einem 1957 in der Zeitschrift \u201eMusica Sacra\u201c erschienenen Selbstportrait P. Oswald Jaeggis nachlesen. W\u00e4hrend der Studienzeit in Rom kam er zu seinem dritten und letzten Kompositionsgrundsatz \u201eAusdruck ist Form\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bedingt durch den Kriegsausbruch in Italien kehrte P. Oswald Jaeggi 1940 in die Schweiz zur\u00fcck und unterrichtete wiederum an der Stiftsschule in Einsiedeln. 1947 trat er die Nachfolge von P. Otto Rehm als Stiftskapellmeister von Einsiedeln an. Im gleichen Jahr vollendete er auch seine Doktorarbeit \u00fcber den \u201eCodex Einsiedeln 366 und seine Stellung in der Einsiedler Musikgeschichte\u201c. 1948 promovierte er in Rom bei Higino Angl\u00e8s. Nach kurzer T\u00e4tigkeit in Hauterive kam P. Oswald Jaeggi 1950 nach Bozen in die Benediktinerabtei Muri-Gries, wo er bis zu seinem Tode wirkte und die\u00a0<span class=\"s1\">fruchtbarste Zeit seines Lebens verbrachte<\/span>.<br \/>\nZun\u00e4chst bestand seine Aufgabe darin, dem kranken Stiftskapellmeister Dr. Anton Mayr zu vertreten. Nach dessen Tod im Jahre 1952 wurde P. Oswald Jaeggi zum Stiftskapellmeister und Leiter der Kantorei \u201eLeonhard Lechner\u201c berufen. Mit der Gr\u00fcndung des Kammerchores \u201eLeonhard Lechner\u201c verwirklichte er den Traum seines Amtsvorg\u00e4ngers Dr. Anton Mayr. Unter seiner Leitung erlangte der neu gegr\u00fcndete Kammerchor schon bald internationalen Ruf.<br \/>\nIn S\u00fcdtirol wirkte Jaeggi nicht nur als Kirchenmusiker in Muri-Gries, sondern auch als weithin gesch\u00e4tzter Musiksachverst\u00e4ndiger, Liedbegleiter, Tenorsolist, Organist und Verfasser von Musikartikeln f\u00fcr Fachzeitschriften, die meist durch kernige, manchmal auch bewusst provokativ formulierte Aussagen aufr\u00fcttelten. In musikalisch-liturgischer Hinsicht z\u00e4hlte er sicher zu den Wegbereitern des Zweiten Vaticanums, und an der Herausgabe des neuen Gebet- und Gesangbuchs \u201eUnser Gotteslob\u201c war er ma\u00dfgeblich beteiligt.<br \/>\nAuch als Komponist genoss P. Oswald Jaeggi ein hohes Ansehen weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus. Sein Werkverzeichnis umfasst 7 Ordinariumsvertonungen, 16 Proprien, \u00fcber 150 Motetten, Cantica, Hymnen, Leitverse, Lieder und Lieds\u00e4tze, 24<br \/>\nOrgelwerke, 5 Klavierst\u00fccke, 17 Instrumentalkompositionen, rund 40 weltliche Vokalwerke und 7 B\u00fchnenwerke, darunter die bis heute der Urauff\u00fchrung harrende Oper \u201eThomas<br \/>\nMorus\u201c. Viele Werke entstanden nach konkretem Bedarf, und oft erfolgte die Fertigstellung derselben erst wenige Stunden vor der Urauff\u00fchrung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1960 ver\u00f6ffentlichte Egon Schwarb an der Musikakademie Z\u00fcrich zum Abschluss der Formenlehre mit \u201eH. H. Pater Oswald Jaeggi. Sein Leben und Werk\u201c einen ersten umfassenden \u00dcberblick \u00fcber Leben und Werk Oswald Jaeggis. Darin zitiert Schwarb auch eine Selbsteinsch\u00e4tzung Jaeggis: \u201eEigentlich sollte ich mehrere Personen in mir vereinen k\u00f6nnen: Den einen Oswald setzte ich ein f\u00fcr s\u00e4mtliche administrativen Arbeiten, den zweiten f\u00fcr Orgeldienst und Proben und den t\u00fcchtigsten dritten setzte ich hinter das Notenpapier.\u201c Dieser Aussage folgt das Zitat: \u201eTagt\u00e4glich versuche ich, alle meine Pflichten zu erf\u00fcllen. Wenn ich alles schreiben will, was ich schon sozusagen versprochen habe, dann brauche ich ungef\u00e4hr sechs Jahre. M\u00f6ge mir Gott Leben und Kraft geben dazu!\u201c, welches sich auch in dem 1957 im C\u00e4cilienvereinsorgan \u201eMusica Sacra\u201c ver\u00f6ffentlichten Selbstportr\u00e4t findet. Tats\u00e4chlich starb Oswald Jaeggi sechs Jahre sp\u00e4ter, am 25. April 1963, nach einer l\u00e4ngeren fiebrigen Erkrankung im Kantonsspital von Glarus an einer Lungenembolie. Sein Tod hinterlie\u00df eine gro\u00dfe L\u00fccke nicht nur in S\u00fcdtirol, sondern im gesamten deutschen<br \/>\nSprachraum. Die Pflege seines Andenkens und im Besonderen die Auff\u00fchrung seiner Werke ist f\u00fcr die Kantorei \u201eLeonhard Lechner\u201c bis heute ehrenvoller Auftrag und Verpflichtung.<\/p>\n<div style=\"text-align: left;\"><i>Mag. Ursula Torggler<\/i><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Untrennbar mit dem Namen der Kantorei \u201eLeonhard Lechner\u201c verbunden ist der Name von P. Oswald Jaeggi OSB (1913-1963). Der geb\u00fcrtige Schweizer hat die von Dr. Anton Mayr gegr\u00fcndete Kantorei zu dem gemacht, was sie bis heute geblieben ist. Oswald Jaeggi wurde am 3. Januar 1913 in Basel geboren. 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