{"id":14,"date":"2015-05-22T08:27:15","date_gmt":"2015-05-22T08:27:15","guid":{"rendered":"http:\/\/kantorei.it\/?page_id=14"},"modified":"2015-05-25T15:37:21","modified_gmt":"2015-05-25T15:37:21","slug":"biographie-l-lechner","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kantorei.it\/index.php\/biographie-l-lechner\/","title":{"rendered":"Leonhard Lechner (1553-1606)"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"Apple-style-span\"><big><span style=\"font-size: x-large;\"><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kantorei.it\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/L.Lechner.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-115 alignleft\" src=\"http:\/\/kantorei.it\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/L.Lechner.jpeg\" alt=\"L.Lechner\" width=\"144\" height=\"157\" \/><\/a><\/span><\/big><\/span><span class=\"Apple-style-span\">Das Geburtsjahr Leonhard Lechners kann nur ann\u00e4hernd aus verschiedenen Quellen errechnet und mit dem Jahr 1553 angegeben werden. Wegen des Beinamens &#8222;Athesinus&#8220;, den er in den Druckausgaben seiner Werke verwendete, liegt die Vermutung nahe, dass Lechner aus dem Etschtal oder jedenfalls aus dem Gebiet s\u00fcdlich des Brenners (heute S\u00fcdtirol) stammt.\u00a0<\/span><span class=\"Apple-style-span\">Zum ersten Mal schriftlich erw\u00e4hnt wird Leonhard Lechner 1570 in einer Zahlamtsrechnung des Bayrischen Hofes. Dort wird eine Abfindung von 10 Gulden angef\u00fchrt, weil er als S\u00e4ngerknabe entlassen wurde. Nachdem Herzog Albrecht beschlossen hatte, seine Hofkapelle in M\u00fcnchen zu vergr\u00f6\u00dfern, wurden in den Jahren 1562 bis 1565 Beauftragte des bayrischen Hofes nach Italien geschickt, um S\u00e4nger f\u00fcr die Kapelle ausfindig zu machen. Vielleicht gelangte Lechner auf diesem Weg an den M\u00fcnchner Hof. Jedenfalls finden wir ihn um 1563 in der unter Orlando di Lasso stehenden Hofkapelle.<\/span><\/p>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">1568 folgte er mit einem kleineren Teil der Musiker dem Thronfolger nach Landshut und wurde zwei Jahre sp\u00e4ter aus dem Dienst entlassen, wie oben erw\u00e4hnte Zahlungsrechnung belegt. 1571 muss Lechner zum Protestantismus \u00fcbergetreten sein. 1527 wurde in Altdorf die Reformation eingef\u00fchrt und da in Kirchen und Schulen das &#8222;reine Wort&#8220; gepredigt wurde, wurde auch Lechner nach den religi\u00f6sen Vorschriften des Rats erteilt.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">Was Lechner im Laufe der folgenden f\u00fcnf Jahre unternommen hat ist ungewiss. In einer 1581 erschienenen Widmung schreibt er, &#8222;dass er weit und breit verschiedene Gegenden durchstreift habe&#8220;. Es wird angenommen, dass er sich auch in Italien aufgehalten hat, wo er sich neue satz-technische Errungenschaften aneignete, die er danach in seinen Kompositionen verwendete. Der Italienaufenthalt ist jedoch nirgends belegt. Sp\u00e4testens seit 1575 muss sich Lechner in N\u00fcrnberg niedergelassen haben, wo in diesem Jahr seine Sammlung &#8222;Motectae sacrae&#8220; erschienen ist. Dabei handelt es sich um die erste Ausgabe seiner Werke. 1576 tritt Lechner die Stelle des &#8222;Schulkollaborateurs&#8220; an der Schule von St. Lorenz an. Am 8. Oktober 1576 heiratet er Dorothea, die Tochter des Gewandschneiders Franz Lederer und Witwe des 1573 gestorbenen Stadtpfeifers Friedrich Kast. Wie aus dem Taufbuch von St. Lorenz hervorgeht, wurde Ende des Jahres 1578 \u2013 die Taufe fand am 1. Januar 1579 statt \u2013 der gemeinsame Sohn Gabriel geboren.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">Lechner konnte sich im st\u00e4dtischen Leben schnell etablieren. er war eng mit den verschiedenen Musikgesellschaften verbunden; seine Kompositionen erschienen rasch hintereinander und enthielten zahlreiche Widmungen, au\u00dferdem pflegte er Freudschaften zu Patriziern, wie dem Humanisten P. Schede und dem Goldschmied Paul Dulner.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">Schede und Dulner standen ihm als Ratgeber und Textdichter zur Seite. Er erhielt Bet\u00e4tigungen in von Patriziern gegr\u00fcndeten privaten musikalischen Zirkeln, Sodalicium musicum genannt. Lechner konnte aber dennoch nur eine untergeordnete Stellung erlangen. Obwohl der Stadtrat versuchte, ihn in N\u00fcrnberg zu halten, indem er ihm 1577 sein Gehalt aufbesserte (&#8222;Weil er solch ein gewaltiger Componist und Musicus&#8220;, Ratsprotokoll vom 26. Juli 1577) und ihm 1582 den Titel &#8222;archimusicus&#8220; verlieh, wollte er sp\u00e4testens ab 1579 weg von N\u00fcrnberg. Dies ist belegt durch ein Empfehlungsschreiben Orlando di Lassos f\u00fcr die Stelle des Hofkapellmeisters am Dresdner Hof und durch eine Widmung an F\u00fcrst Joachim Ernst von Anhalt auf einer kleineren Komposition aus dem Jahre 1582.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">Lechner bewarb sich am Hof der Hohenzollern in Hechingen und wurde 1584 von F\u00fcrst Eitelfriedrich IV. von Hohenzollern-Hechingen angestellt.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">Unter seiner Leitung stand eine kleine, aber leistungsstarke Musikerschar. Schon nach gut einem Jahr beschloss Lechner jedoch sein Amt niederzulegen, um sich um einen Posten am Dresdner Hof zu bewerben, wof\u00fcr er bereits ein Empfehlungsschreiben von Orlandi di Lasso und eines von Herzog Wilhelm V. vorweisen konnte. 1585 verlie\u00df Lechner ohne offizielle Entlassung eigenm\u00e4chtig den Hof. Als ihn der Graf aufforderte, zur\u00fcckzukommen, widersetzte er sich hartn\u00e4ckig. Die Ursache f\u00fcr den Streit zwischen dem Komponisten und dem Grafen ist nicht bekannt, konfessionelle Differenzen \u2013 wie mancherorts erw\u00e4hnt \u2013 k\u00f6nnen aber kaum der Grund daf\u00fcr sein. Der Graf vereitelte in Folge Lechners geplante pers\u00f6nliche Vorstellung am Dresdner Hof, und schlie\u00dflich wurde seine Bewerbung dort abgelehnt.<\/span><\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">1585 reiste der Musiker unter dem Schutz von Herzog Ludwig von W\u00fcrttemberg nach Backnang. Ab dem 1. August 1585 fand er Anstellung als Tenorist (Musicus) in der Stuttgarter Hofkapelle. 1589 stieg er zum Hofkomponisten auf und 1594 zum Hofkapellmeister; diese Stelle \u00fcbernahm er von Ludwig Daser. Zu seinen Aufgaben z\u00e4hlten nun die Ausbildung der Kapellknaben, die Erweiterung und Betreuung des Notenbestandes, sowie das Betreuen des vokal-instrumental gemischten Musizierens. Am Hof von Herzog Ludwig erlebte Lechner eine glanzvolle Zeit. In seinen letzten Lebensjahren musste er sich aber auf Grund von Krankheiten, die er zwischen 1587 und 1604 mit B\u00e4derkuren zu heilen versuchte, bei Auff\u00fchrungen wohl \u00f6fter vertreten lassen. Er starb am 9. September 1606 in Stuttgart und wurde zwei Tage sp\u00e4ter in der Oberen Kirche St. Katharina (heute Spitalskirche) nahe dem Altar beigesetzt. 1607 erwarb Herzog Friedrich von Lechners Sohn seinen handschriftlichen musikalischen Nachlass. Ein Gro\u00dfteil der Noten, die Leonhard Lechner besessen haben muss, ist jedoch verloren gegangen. <\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><i>Mag. Judith Oberhuber<br \/>\n<\/i><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\">\u00a0<\/span><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Geburtsjahr Leonhard Lechners kann nur ann\u00e4hernd aus verschiedenen Quellen errechnet und mit dem Jahr 1553 angegeben werden. 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